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Wir verändern die Welt, weil wir uns verändern

Abstand und Nähe

Wenn wir Menschen auf die Welt kommen, sind wir "unfertige Wesen". Wir können uns nicht alleine am Leben erhalten, nicht fortbewegen und uns nicht schützen durch Flucht oder Kampf. Wir müssen Stand halten bis uns unsere Kräfte verlassen und wir sterben.

Letztlich sind es vier Grundbedürfnisse, die uns durchs Leben führen und deren Qualität der Befriedigung die Qualität unseres Lebens ausmachten. Wir wollen ... Ich schreibe hier "wollen", weil es ein Grundbedürfnis gibt, das allen Lebewesen innewohnt: Wachstum. Es ist uns ein Bedürfnis zu wachsen. Wenn ich das Wort "müssen" benutzen würde, hätte es etwas von "(auf)gezwungen". Darum geht es mir hier aber nicht. - Wir wollen: trinken, essen, schlafen und lebendige Nähe erfahren. Das ist unsere "Lebensnahrung". Eingebettet ist sie in das Vorhandensein eines Schutzraumes, den wir im Laufe des Lebens zunehmend selbst übernehmen und gestalten können - wenn alles gut läuft. Diese angesprochenen vier Faktoren unserer Lebensqualität bleiben ein Leben lang erhalten, verändern sich aber in der Art und Weise wie auch in der Zeitabfolge, der Qualität und der Intensität. Als Jungendliche, Erwachsene oder alte Menschen können wir Aufschub ertragen, Verzicht üben und phasenweise entsagen - wenn alles gut läuft. Findet jedoch keine qualitativ ausreichende Sättigung unserer Bedürfnisse statt, so werden wir unzufrieden, traurig, wütend, gewalttätig. Des Weiteren werden wir krank oder versterben vorzeitig. "Vorzeitig" meint hier: eher als wenn die "Lebensnahrung" qualitativ und quantitativ ausreichend zur Verfügung gestanden hätte.

Wenn ich mit der U-Bahn, der S-Bahn und dem Bus unterwegs bin, dann sehe ich, dass sehr viele Menschen ständig, immer wieder, mit ihrem Mobiltelefon beschäftigt sind. Ich habe vor Kurzem in einem Sachbuch gelesen, dass dies bei vielen Menschen etwa 200-mal pro Tag geschieht. Ich gehe davon aus, dass sie nicht satt (und gesichert) werden. Die Qualität der Nähe, die sie durch die Benutzung der Technik erfahren, stellt nicht wirklich zufrieden. Diese mehr oder weniger kurzen Kontakte dienen im Wesentlichen zur Kontrolle, zur Kompensation von Verlustangst und Einsamkeit.

Nun haben die Ereignisse in Folge des Auftretens und der Bewertung des "SARS-CoV-2"-Problems im Jahre 2020 dazu geführt, dass unsere "normale Welt" kräftigt aus den Fugen geraten ist. Die Angst vor dem Virus hat große Teile der herrschenden Eliten und noch größere Teile der "normalen Bevölkerung" ins Chaos gestürzt. In dem Zusammenhang entstand in mir der Gedanke: Wir müssen darüber reden, nicht so wie es im Fernsehen, in den gängigen Zeitungen und Zeitschriften und im Internet geschieht, sondern individuell (persönlich). Wie es uns damit geht, wie wir uns dabei fühlen und wie wir diesbezüglich denken, wenn wir uns in unserer ganz persönlichen Art und Weise äußern. Wir sollten Wege finden, (wieder) mehr Nähe herstellen zu können bzw. herzustellen.

Du hast Erfahrungen gesammelt, bist in deiner ganz speziellen Art und Weise von der Situation betroffen. Ich lade dich dazu ein, deiner Betroffenheit eine Stimme zu verleihen. Dazu habe ich ein Papier erstellt, dass du als PDF-Datei lesen und ggf. ausdrucken kannst. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, darüber mit anderen Menschen Nähe herzustellen. Sei mutig und mach mit.